Typische Fehler bei Pressfittings und wie man sie vermeidet
Pressfittings gelten als sichere und schnelle Verbindungstechnik. Doch auch bei diesem System gibt es Fehlerquellen, die in der Praxis immer wieder zu Problemen führen. Wer die häufigsten Fehler kennt, kann sie gezielt vermeiden und die Vorteile der Presstechnik voll ausschöpfen. Dieser Beitrag zeigt, wo es auf der Baustelle erfahrungsgemäß schiefläuft.
Falsches Werkzeug oder falsche Presskontur
Pressfittings sind systemgebunden. Das bedeutet: Nicht jedes Presswerkzeug passt zu jedem Fitting. Die Presskontur, also das Profil der Pressbacke oder Pressring, muss zur Kontur des Fittings passen. Die zwei verbreitetsten Konturen im europäischen Markt sind die V-Kontur und die M-Kontur. Eine V-Kontur-Backe auf einem M-Kontur-Fitting oder umgekehrt erzeugt optisch eine Verbindung, die dicht wirkt, es aber nicht ist.
Das AQUAGAS-V-System von HS Fittings nutzt die V-Kontur. Es ist mit den meisten handelsüblichen Presswerkzeugen der gängigen Hersteller kompatibel, was die freie Werkzeugwahl auf der Baustelle erleichtert. Dennoch gilt: Vor der Verarbeitung immer Werkzeugkompatibilität prüfen und im Zweifelsfall die Systemdokumentation heranziehen.
O-Ring-Probleme: Sitz, Zustand und Verwechslung
Die Dichtheit einer Pressverbindung hängt entscheidend vom O-Ring ab. Fehler passieren hier auf mehrere Arten: Der O-Ring liegt nicht korrekt in der Nut. Er ist verdreht oder gequetscht eingebaut. Er wurde durch unsachgemäße Lagerung oder UV-Einwirkung vorgeschädigt. Oder er wurde mit dem falschen O-Ring-Typ für das jeweilige Medium kombiniert.
Bei AQUAGAS V signalisiert der gelbe HNBR-O-Ring die Eignung für Gas und Wasser. Diese farbliche Kennzeichnung ist kein Zufall, sondern ein praxistaugliches Unterscheidungsmerkmal. Wer unterschiedliche Presssysteme auf der Baustelle hat, sollte auf die O-Ring-Farbe achten und Verwechslungen durch klare Lagertrennung vermeiden.
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Unverpresste Verbindungen übersehen
Einer der häufigsten und gefährlichsten Fehler auf der Baustelle: Eine Verbindung wird eingesteckt, aber versehentlich nicht verpresst. Bei flüchtigem Blick sieht sie fertig aus. Erst bei der Druckprobe oder schlimmer noch nach der Inbetriebnahme zeigt sich das Leck.
Das Prinzip „unverpresst undicht“ (UVUD), das beim AQUAGAS-V-System gilt, adressiert genau dieses Risiko. Eine eingesteckte, aber nicht verpresste AQUAGAS-V-Verbindung ist konstruktiv so ausgelegt, dass sie bei der Druckprobe undicht ist. Das macht vergessene Verpressungen sichtbar, bevor das System in Betrieb geht. Für SHK-Betriebe ist das eine wichtige Sicherheitsfunktion, die Reklamationen und Folgeschäden verhindert.
Rohrende nicht sauber vorbereitet
Auch die Rohrqualität beeinflusst die Verbindungssicherheit. Grate, Ovalität durch unsauberes Trennen oder ein nicht entgratetes Rohrende können dazu führen, dass der O-Ring beschädigt wird oder die Verbindung nicht plan sitzt. Kupferrohre nach DIN EN 1057 sollten rechtwinklig abgetrennt, entgratet und kalibriert werden, bevor das Fitting aufgesteckt wird. Mehr zu den Verarbeitungshinweisen finden Sie in den technischen Unterlagen im Downloadbereich.
Fazit: Pressfitting-Fehler sind vermeidbar
Die meisten Fehler bei Pressfittings entstehen nicht durch schlechte Produkte, sondern durch Unachtsamkeit bei Werkzeugwahl, O-Ring-Handling und Rohraufbereitung. Wer diese Punkte konsequent im Blick behält, profitiert von einer schnellen, sicheren und dauerhaften Verbindungstechnik. Bei Fragen zu Verarbeitung, Systemkompatibilität oder Produktdetails nehmen Sie Kontakt auf. Wir unterstützen Sie gern.



